„Exsudat“, „Mazeration“, „Sekundärverband“: Was in der Doku richtig ist, versteht zu Hause kaum jemand. Prüfen Sie Ihre Patienteninformation auf Fachwörter und lange Sätze und machen Sie daraus eine Anleitung, die Angehörige wirklich umsetzen können.
satz → kurz, eine handlungwörter → alltag statt fachsprachezeit → „montag, 8 uhr“ statt „regelmäßig“schritte → nummeriert, mit bildnotfall → „rufen sie an, wenn …“ + nummerkontrolle → teach-back statt „verstanden?“
Die Wunde wird zu Hause weiterversorgt, oft von Angehörigen oder von den Betroffenen selbst. Zwischen zwei Besuchen des Pflegedienstes ist das Merkblatt die einzige Anleitung. Steht dort „Sekundärverband bei Bedarf wechseln, auf Mazeration achten“, ist die Information fachlich richtig und trotzdem nutzlos.
Untersuchungen zur Gesundheitskompetenz zeigen seit Jahren: Vielen Menschen fällt es schwer, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und anzuwenden. Für die Wundversorgung heißt das: Wer nicht versteht, was zu tun ist, wechselt zu spät, zu oft oder falsch, und ruft nicht an, wenn es nötig wäre.
Kleine Schrift, schlechtes Licht, nachlassendes Gedächtnis. Was im Gespräch klar war, ist am nächsten Morgen weg.
Wer zum ersten Mal einen Verband wechselt, hat Angst, etwas falsch zu machen. Unter Stress liest man ungenauer.
Fachwörter stehen in keinem Alltagswörterbuch. Lange Schachtelsätze lassen sich kaum übersetzen.
Gesundheitskompetenz hängt nicht nur von Bildung ab. Auch gut informierte Menschen verstehen Fachsprache oft nicht.
Behandelnde müssen Patientinnen und Patienten verständlich informieren und aufklären, so sieht es das Patientenrechtegesetz im BGB vor. In der Pflege kommt der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ des DNQP dazu: Er legt großes Gewicht auf Information, Beratung und Anleitung von Betroffenen und Angehörigen, damit sie im Alltag gut mit der Wunde umgehen können.
Vereinfacht dargestellt, ersetzt keine Einzelfallprüfung. Ein Merkblatt ergänzt das Gespräch, es ersetzt es nicht.
Mehr zum Gespräch selbst lesen Sie unter Patientenkommunikation, zum Versorgungsalltag unter Wundversorgung.
Wenn der Verband durchnässt ist, was bei starker Wundflüssigkeit vorkommen kann, sollte er gewechselt werden.
→ Ist der Verband nass? Dann wechseln Sie ihn.
Hände waschen, Verband abnehmen und Wunde spülen.
→ 1. Waschen Sie die Hände. 2. Nehmen Sie den Verband ab. 3. Spülen Sie die Wunde.
Der Verband wird gewechselt.
→ Wechseln Sie den Verband.
Auf Mazeration achten.
→ Achten Sie auf weiße, aufgeweichte Haut.
Regelmäßig wechseln.
→ Jeden Montag, Mittwoch und Freitag am Morgen.
Ein Absatz Fließtext.
→ Schritte mit Nummern, dazu ein Foto oder Symbol je Schritt.
Bei Auffälligkeiten Rücksprache halten.
→ Rufen Sie an, wenn die Haut rot und heiß ist. Telefon: …
Fügen Sie eine Pflegeanleitung ein oder nehmen Sie das fiktive Beispiel. Der Prüfer markiert Fachwörter, lange Sätze, Passiv und vage Zeitangaben und prüft, ob eine Handlungsaufforderung da ist. Ein Klick auf ein rotes Wort setzt das Alltagswort ein. Unten entsteht daraus ein Zettel für den Kühlschrank.
Klicken Sie ein rot markiertes Fachwort an: Es wird durch das Alltagswort ersetzt.
Zu Hause, unter Stress oder mit wenig Deutsch kaum umsetzbar.
Jeder Satz wird ein nummerierter Schritt. Sätze mit „Rufen Sie an …“ landen im roten Kasten, eine Zeile mit Telefonnummer unten. Mit dem Fachsprache-Beispiel sehen Sie sofort, warum das nicht funktioniert.
Vor dem Ausgeben: fachlich vom Behandlungsteam prüfen lassen und im Gespräch per Teach-back erklären.
Fehlt: „Rufen Sie an, wenn …“
Die Anzeige ist eine grobe Einschätzung aus einfachen Regeln, kein amtlicher oder wissenschaftlicher Lesbarkeitswert. Die Wortliste umfasst rund 40 Begriffe und kennt nicht jede Beugung. Nach dem Ersetzen lohnt ein kurzer Blick auf die Grammatik.
Kurze Sätze, bekannte Wörter, klare Struktur. Nicht fest geregelt, aber für die meisten Merkblätter der richtige Standard.
Folgt eigenen Regeln, etwa des Netzwerks Leichte Sprache; zur leicht verständlichen Sprache gibt es auch eine DIN SPEC. Idealerweise prüfen Menschen aus der Zielgruppe den Text.
Aus der einfachen deutschen Fassung übersetzen lassen. Eine sprachkundige Person prüft. Gleiche Bilder und Nummern in allen Fassungen.
KI kann einen ersten, einfacheren Entwurf schreiben oder eine Rohübersetzung liefern. Eine Fachkraft prüft jeden Entwurf, bevor er ausgegeben wird. In öffentliche KI-Werkzeuge gehören keine Patientendaten: Vereinfachen Sie Vorlagen, nicht Akteneinträge. Wie Sprachmodelle arbeiten, erklären die KI-Grundlagen, was im Team erlaubt ist, regelt eine KI-Richtlinie.
Ob eine Erklärung angekommen ist, zeigt nicht das „Ja“ auf „Haben Sie das verstanden?“. Bei der Teach-back-Methode erklärt oder zeigt die Person in eigenen Worten, was sie tun wird. Klappt etwas nicht, liegt es an der Erklärung, nicht an ihr. Sie erklären noch einmal anders und fragen erneut.
Frau K. (fiktiv) pflegt ihren Vater. Sie haben ihr gerade den Verbandwechsel gezeigt.
Sie: „Gut, das war es dann für heute.“
Herr D. (fiktiv) versorgt seine Wunde allein. Sie haben die Warnzeichen besprochen.
Sie: „Bei Fieber oder starker Rötung melden Sie sich bitte.“
Frau S. (fiktiv) spricht wenig Deutsch. Ihr Sohn übersetzt beim Hausbesuch.
Sie: „Den Verband bitte am Montag, Mittwoch und Freitag wechseln.“
Welche Merkblätter gibt es, wo liegen sie, wer pflegt sie? Wir sehen uns Ihre Vorlagen, Ordner und Ihre Pflege- oder Praxissoftware an.
Freigegebene Vorlagen ziehen schrittweise an einen Ort in einer EU-Cloud, sinnvoll und mit dem Einverständnis und der Akzeptanz der Mitarbeitenden.
Dann erst KI: etwa ein Entwurf in einfacher Sprache oder eine Rohübersetzung, immer mit Prüfung durch eine Fachkraft.
Nein. Leichte Sprache folgt eigenen, festen Regeln, etwa zu Satzbau, Wortwahl und Gestaltung. Sie richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten und wird idealerweise von Menschen aus der Zielgruppe geprüft. Einfache Sprache ist weniger streng geregelt: verständlich, aber näher an der Standardsprache. Für die meisten Patienteninformationen ist einfache Sprache ein guter Anfang.
Nein. Er zeigt nur, wo ein Text schwer werden kann: Fachwörter, lange Sätze, Passiv, vage Zeitangaben, fehlende Handlungsaufforderung. Ob der Inhalt fachlich stimmt, entscheidet Ihr Behandlungsteam.
Ja, als Entwurfshilfe. Eine Fachkraft prüft jeden Entwurf, bevor er ausgegeben wird. Und es gehören keine Patientendaten in öffentliche KI-Werkzeuge: Vereinfachen Sie Vorlagen, nicht Akteneinträge.
Am besten über eine einfache deutsche Fassung als Ausgangstext. Kurze, klare Sätze lassen sich besser übersetzen. Die Übersetzung prüft jemand, der beide Sprachen sicher beherrscht, und Bilder helfen über die Sprachgrenze.
Nein. Wir bauen um Ihre bestehende Software herum. Freigegebene Patienteninformationen sollen dort auffindbar sein, wo Ihr Team ohnehin arbeitet.
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