// Leitfaden · E-Rezept verstehen

Der Weg eines E-Rezepts: von der Praxis bis zur Versorgung.

Ausgestellt in der Praxis, signiert, abgelegt im Fachdienst, eingelöst per Karte, App oder Ausdruck: Wie das E-Rezept reist, wo es heute noch hakt, besonders bei Heimen und Pflegediensten, und was Sie davon haben.

e-rezept: wer was macht
praxis      → verordnet, signiert mit eHBAfachdienst  → speichert verschlüsselt in der TIunterwegs   → nur der token (zugangsdaten)einlösen    → karte · app · ausdruckapotheke    → ruft ab, gibt ab, quittiert
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Vom rosa Zettel zum Datensatz

Seit 2024 ist das E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung Pflicht für die Praxen. Am Ablauf hat sich mehr geändert, als man am Tresen sieht: Früher war das Papier selbst das Rezept. Heute liegt die Verordnung zentral im E-Rezept-Fachdienst der Telematikinfrastruktur, und was Versicherte in der Hand haben, ist nur der Zugang dazu.

Papierrezept
Ausstellen
Rosa Formular aus dem Drucker, Unterschrift per Hand.
Unterwegs
Das Papier selbst ist das Rezept. Geht es verloren, ist es weg.
Apotheke
Liest ab, gibt ab, bedruckt das Formular.
Abrechnung
Papierrezepte werden gesammelt, verschickt und gescannt.
E-Rezept
Ausstellen
Datensatz aus der Praxissoftware, qualifiziert signiert mit dem eHBA.
Unterwegs
Die Verordnung bleibt im Fachdienst. Unterwegs ist nur der Schlüssel.
Apotheke
Ruft mit Karte, App-Code oder Ausdruck ab, gibt ab, quittiert.
Abrechnung
Elektronische Abgabedaten statt Papierstapel.
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Der Weg eines E-Rezepts

Folgen Sie einer Verordnung von der Praxis bis zur Abrechnung. Das Entscheidende passiert im dritten Schritt: Die signierte Verordnung wird im Fachdienst abgelegt und bleibt dort. Weiter reist nur der Token, also die Zugangsdaten, und zwar je nach Einlöseweg auf einem anderen Weg.

Interaktiv · E-Rezept
Einlöseweg
Wer löst ein?
TELEMATIK-INFRASTRUKTURPraxisPraxissoftwareSignaturQES · eHBAE-Rezept-FachdienstverschlüsseltVersicherteGesundheitskarteApothekeAbruf · AbgabeAbrechnungRechenzentrum
Schritt 1 von 8
Verordnen in der Praxissoftware

Die Ärztin oder der Arzt wählt das Arzneimittel aus, wie gewohnt in der Praxissoftware. Daraus entsteht ein strukturierter Datensatz: Arzneimittel, Menge, Dosierung, Versicherte, Praxis.

Was reist
Noch nichts. Die Verordnung entsteht in der Praxis.
Wo die Verordnung ist
Noch in der Praxis.
Vereinfachte Darstellung · keine Rechtsberatung · Stand: Oktober 2026

Welche Karte in der TI welche Tür öffnet, zeigt der Leitfaden Telematikinfrastruktur.

03

Drei Einlösewege im Vergleich

Für die Apotheke führen alle drei Wege zum selben Ziel. Für Versicherte, Angehörige und Pflege fühlen sie sich sehr unterschiedlich an.

Gesundheitskarte
Karte stecken · keine PIN · kein Papier

Die Apotheke steckt die Karte und ruft damit die offenen E-Rezepte ab; Sie sagen, welche eingelöst werden. Gut für alle, die einfach mit ihrer Karte kommen. Die Karte muss dafür vor Ort sein, vorab zuweisen geht so nicht.

E-Rezept-App
Anmeldung mit NFC-fähiger Karte und PIN oder mit GesundheitsID

Rezepte ansehen, einer Apotheke vorab zuweisen, etwa zur Abholung, für den Botendienst oder den Versand, oder den Code am Tresen zeigen. Neben der App der gematik gibt es weitere Apps mit E-Rezept-Funktion. Setzt ein Smartphone und eine einmalige Einrichtung voraus.

Ausdruck
Papier mit Rezeptcodes · auf Wunsch in der Praxis

Ohne Smartphone und ohne Karte, praktisch auch für Angehörige. Ein Code pro Verordnung, bei mehreren zusätzlich ein Sammelcode. Wer das Blatt hat, kann einlösen: behandeln wie einen Schlüssel.

Allen gemeinsam
Die Verordnung liegt im Fachdienst

Egal auf welchem Weg: Unterwegs ist nur der Zugang. Ein Rezept kann nur einmal beliefert werden, und die Wahl der Apotheke liegt bei den Versicherten.

04

Pflege und Heim: wo es heute hakt

Die drei Einlösewege sind für Menschen gedacht, die selbst in die Apotheke gehen. Im Pflegeheim und in der ambulanten Pflege sind mehr Hände im Spiel: Praxis, Pflege, Apotheke und oft Angehörige. Stellen Sie oben im Schaubild auf „Pflegeheim“ oder „Pflegedienst“, dann markiert es die Stellen, an denen es heute hakt.

Hakt
Wer hält die Karte?

Die Gesundheitskarte liegt im Heim, bei Angehörigen oder in der Praxis. Für den Kartenweg müsste sie in die Apotheke und wieder zurück.

Hakt
Ausdrucke auf Wanderschaft

Per Bote, per Post oder per Fax: Das Blatt mit dem Token wandert zwischen Praxis, Heim und Apotheke. Langsam, fehleranfällig, beim Datenschutz heikel.

Hakt
Rückfragen bei Änderungen

Neue Dosierung, Präparat nicht lieferbar, Packungsgröße passt nicht: Dann telefonieren Apotheke, Praxis und Pflege hinterher, manchmal braucht es ein neues E-Rezept.

Hakt
Drei Seiten, drei Systeme

Praxis-, Pflege- und Apothekensoftware sprechen selten direkt miteinander. Was dazwischen passiert, läuft über Telefon, Fax und Notizzettel.

Strukturierter wird es schrittweise: Pflegeeinrichtungen werden zunehmend an die TI angebunden und sind per KIM erreichbar. Anforderungen und Rückfragen können dann als Nachricht statt als Fax laufen. Und für Pflegeheime gilt eine Ausnahme: Besteht ein Heimversorgungsvertrag, kann die Praxis die Zugangsdaten nach Absprache direkt per KIM an die heimversorgende Apotheke übermitteln, derzeit befristet bis Ende 2028. Für ambulante Pflegedienste gilt das nicht. Wie die Apotheke die Heimversorgung dann Woche für Woche organisiert, zeigt der Leitfaden Apotheken.

05

Was steht auf dem Ausdruck?

Der Ausdruck ist der Einlöseweg, der am meisten nach Papierrezept aussieht, und genau deshalb missverstanden wird. Er ist kein Rezept, sondern ein Träger von Schlüsseln. Gehen Sie die Nummern durch:

Interaktiv · Ausdruck

Zeigen Sie auf eine Nummer oder tippen Sie sie an.

Ausdruck zur Einlösung Ihres E-Rezepts
ausgestellt 14.10.2026
alle
M. Musterfrau · geb. 03/1941 · BeispielkassePraxis Dr. B. Beispiel · Musterstadt
  1. Beispielpräparat A · 5 mg · 100 Stück
  2. Beispielpräparat B · Salbe · 50 g
  3. Beispielpräparat C · 20 mg · 50 Stück
Unterschrift: —
Hinweis 1 von 6
Sammelcode

Er bündelt die Zugangsdaten aller Verordnungen auf dem Blatt. Scannt die Apotheke ihn, hat sie alle auf einmal. Wer nur ein Rezept einlösen möchte, nutzt den Einzelcode.

1 / 6 gelesen
Fiktives Beispiel · vereinfachte Nachbildung, kein Originalformular
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Wo es noch hakt

Nicht alles ist schon elektronisch

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der GKV ist das E-Rezept Standard. Hilfsmittel, Heilmittel, Verbandmittel und weitere Verordnungsarten folgen schrittweise. Betäubungsmittel sind ein Sonderfall: Sie werden bislang auf einem eigenen BtM-Rezeptformular verordnet. Ein elektronisches BtM-Rezept ist in Vorbereitung und soll zunächst in Modellregionen erprobt werden.

Fehlende Anbindung

Praxen und Apotheken sind angebunden, Pflegeeinrichtungen kommen zunehmend hinzu, und genutzt wird die Anbindung noch sehr unterschiedlich. Wer keine KIM-Adresse hat oder nicht im Verzeichnis steht, bleibt beim Fax.

Störungen

Fällt die TI-Verbindung oder ein Dienst aus, geht nichts elektronisch. Für solche Fälle gibt es ein Ersatzverfahren mit dem Papierrezept. Wer vorbereitet ist, verliert weniger Zeit.

Signieren im Takt der Sprechstunde

Werden Rezepte erst am Abend gesammelt signiert, warten Apotheke und Versicherte. Wie und wann signiert wird, ist eine Frage der Praxisorganisation.

Stand: Oktober 2026 · vereinfacht · prüfen Sie den aktuellen Stand für Ihren Bereich.

07

Wo WUNDigital ansetzt

08

So gehen wir vor

  1. 01

    Analysieren

    Wir zeichnen nach, wie Rezepte bei Ihnen heute wirklich laufen: wer anfordert, wer signiert, wer abholt, wo Fax und Telefon einspringen.

  2. 02

    Migrieren

    Anforderungen, Rückfragen und Absprachen ziehen schrittweise aus Faxordnern in strukturierte Abläufe in der EU-Cloud, mit dem Einverständnis der Mitarbeitenden.

  3. 03

    KI gezielt integrieren

    Erst dann hilft KI, etwa beim Vorsortieren von Rückfragen oder beim Zusammenfassen von Medikationsänderungen. Entscheiden und signieren bleiben bei Ihnen.

Mehr zu unserem Vorgehen

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Häufige Fragen

Ist das E-Rezept Pflicht?

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung ist es seit 2024 Pflicht für die Praxen. Für weitere Verordnungsarten folgt es schrittweise. Prüfen Sie für Ihren Bereich den aktuellen Stand.

Was ist der Token genau?

Die Zugangsdaten zu einer Verordnung: eine Rezept-ID und ein Zugangscode. Mit ihnen kann eine Apotheke die signierte Verordnung aus dem Fachdienst abrufen. Der Token ist nicht das Rezept, aber wer ihn hat, kann es einlösen.

Dürfen Praxen E-Rezepte direkt an eine Apotheke schicken?

Grundsätzlich wählen die Versicherten ihre Apotheke selbst, und Absprachen über die Zuweisung von Verschreibungen sind verboten. Eine Ausnahme gilt für Pflegeheime: Hat eine Apotheke mit dem Heim einen Heimversorgungsvertrag nach § 12a Apothekengesetz, darf sie mit Praxen vereinbaren, dass diese die Zugangsdaten für Bewohnerinnen und Bewohner direkt an sie übermitteln, derzeit befristet bis Ende 2028. Für ambulante Pflegedienste gibt es diese Ausnahme nicht. Klären Sie das im Einzelfall; diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

Welche Rolle spielen Pflegeheime und Pflegedienste beim E-Rezept?

Verordnet wird in der Praxis, eingelöst in der Apotheke. Die Pflege steht dazwischen: Sie meldet Bedarf, klärt Rückfragen und nimmt die Lieferung an. Pflegeeinrichtungen werden schrittweise an die Telematikinfrastruktur angebunden und sind dann zum Beispiel per KIM erreichbar. Welche Wege ihnen rund um das E-Rezept offenstehen, entwickelt sich weiter; wir richten uns nach dem, was Ihre Software und die Regeln zulassen.

Stellt WUNDigital E-Rezepte aus oder signiert sie?

Nein. Ausgestellt und signiert wird in Ihrer Praxissoftware, mit dem eHBA der berechtigten Person. Wir sorgen dafür, dass rundherum weniger Fax, Telefon und Abtippen nötig sind: Anforderungen, Rückfragen und Ablage.

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STAND: OKTOBER 2026DOCS-START← ZUR STARTSEITE